2005 ging die Kollekte der Sommerkonzerte an ein Projekt in Mali
 

Sie sollte jungen Musikern helfen, auf eigenen nationalen Instrumenten ihr Talent in der Oeffentlichkeit zu zeigen.

In Mali zählt die Musik zu den dynamischsten künstlerischen Gebieten. Dennoch kommt die schöpferische Kraft nicht richtig zum Ausdruck.

Ein Grossteil des musikalischen Kulturerbes ist noch unbekannt und wird weder auf nationaler Ebene noch ausserhalb des Landes verbreitet.

Die volkstümliche Musik der verschiedenen Kulturzonen Malis ist von jeglicher umfassenden Promotion ausgeschlossen.

Vereinzelte Initiativen versuchen, dieses Manko auszugleichen, so auch das Festival Kayira.

 
 

 

Oft hindern jedoch fehlende Mittel das ursprüngliche Bestreben, Künstler aus ländlichen Gebieten und die eigenständige Musik zu fördern. Die Schaffung von Bedingungen für eine lukrative Vermarktung würde die individuelle Motivation der Musiker neu anfachen.

 
 

 

Liebenswürdigerweise besuchte der Direktor des Internationalen Museums des Roten Kreuzes, Herr Roger Mayou, unser Projekt in Mali und schilderte in einem kurzen Bericht seine positiven Eindrücke:

Während einer Privatreise durch Mali hatte ich die Gelegenheit, der Sendestation Radio Libre Kayira einen Besuch abzustatten.
Es war an einem heissen und staubigen Nachmittag, im Anschluss an eine langwierige Autofahrt auf der Suche nach einem Flugticket für Tombuktu, als Dr. Omar Mariko mir die Station zeigte, die er leitet.
Zuerst eine lange Sandstrasse, ein enger Gang entlang eines Gebäudes, eine offene Tür, die in ein dunkles Zimmer führt. Oh, wie kühl! Hoch lebe die Klimaanlage.
In diesem kleinen, mit Schaumstoff ausgekleideten Lokal befinden sich Computer, Ton-Mix-Tische, usw., all die Geräte, die man für Tonaufnahmen braucht. Durch die gläserne Trennwand fällt der Blick direkt in das Aufnahmestudio, das im Moment leer steht. Nur ein Mikrofon erhebt sich in der Mitte.
Der Tontechniker lässt uns die 5 Entwürfe hören, die schon mit Klé Tidiane und Adama Diarra aufgenommen wurden. Himmlisch! Rhythmus mit engagierten Worten voll Hoffnung, die mir von Oumar direkt übersetzt werden. Wir sind begeistert und sehr glücklich, dass unsere Aktion es erlaubt hat, so schwungvolle Stücke zu schaffen.
Als wir das Studio verlassen, versichert uns Oumar, dass in einem der nächsten Stücke Musique et Vie und dem Museum Dank ausgesprochen wird. Mit Gesang!

Roger Mayou,
Direktor des Internationales Rotkreuz - und Rothalbmondmuseums, Genf

 
 

 

Dr. Oumar Mariko, Leiter von Radio Libre Kayiro, stellt die Musiker vor:

 
 

Klé Tidiane ist um 1967 in Klé geboren. Er musiziert seit seiner Kindheit und organisierte seine erste Gruppe im Alter von 14 Jahren. Wie die meisten Künstler der Landbevölkerung beschäftigt er sich während der Wintermonate, von Mai bis Oktober, mit Ackerbau und Viehweide, die übrige Zeit wird fröhlichen Zeremonien und Volksfesten gewidmet.

Tidiane musiziert mit dem Bara (ein Begleitinstrument zum Balafon), aus Kalebassen und Kuh-haut hergestellt. Meistens endet alles mit Gesang. Ohne den Bara wegzulegen, musiziert und singt er gleichzeitig.

Er singt in Bamanan und in Miniakan. Wenn auch die Musik immer mehr zu seiner Hauptbe-schäftigung wurde, ist er weiterhin in der Land- und Weidewirtschaft tätig.

 
 


Adama Diarra
, genannt Adama Micro, erhielt diesen Spitznamen wegen seiner Stimme, die weit ohne Mikrophon zu hören ist. Weil er bei Zeremonien immer ohne Mikrophon singt, hat man ihn so getauft. Seine Stimmbänder haben zwar sehr darunter gelitten, doch nicht den gewissen Charme verloren.

Adama Diarra wurde um 1960 geboren. Seit ca. 20 Jahren interessiert er sich für Musik. Er begann mit dem Bara, auf dem er weiterhin spielt und tritt als Hauptsänger auf. Er ist Leiter seiner Balafonistengruppe.

Adama hat zwei Musikkassetten produziert, die aber wegen mangelnder Werbung unbekannt blieben. Es fehl-ten ihm dringend, trotz seiner grossartigen Leistung - genau wie Klé Tidiane - die nötigen Werbemittel, um sich in die Hitparade hinauf zu hissen.

Adama singt in Bamanan. Er kümmert sich um Ackerbau und Vieh, obwohl man ihn aber immer mehr bei kulturellen Anlässen auf der Bühne antrifft.

 
 

 

Diese zwei Musiker wurden von Radio Kayira aus Koutiala in ihren Heimatdörfern aufgespürt, da die Radiostation seit 1997 das Instrument Balafon im jähr-lichen Balafon-Festival, genannt FESBALA, immer mehr fördern will.

Bis 2003 hatte dieses Festival keinerlei finanzielle Unterstützung, doch anschliessend erhielt es Förderung durch das Kulturministerium, nachdem dieses das grosse Interesse an diesem Festival erkannte.

Dieses Festival hat enormen Einfluss auf die Gründer des Balafon-Dreiecks (Triangle du Balafon), den Ländern Mali, Burkina Faso und der Elfenbeinküste.