La Castalie, Monthey
Boa-Pao und Balafon, neue Wege zur Musik für Menschen mit einer Behinderung

 

 
Die Sängerscharen in Val d’llliez haben im März 2002 für den Frieden gesungen und den Erlös aus ihren Konzerten für La Castalie, einem Heim für Behinderte in Monthey zur Verfügung gestellt. Mit dem Geld konnte ein neues Musikininstrument mit einem gebündelten Laserstrahl angekauft werden.
 
 
 

Der Hersteller schreibt dazu folgendes: Das Instrument wurde auf der Suche nach neuen Möglichkeiten für Behinderte und die musikalische Erziehung entwickelt.
Menschen mit einer motorischen Schwäche können ebenfalls damit arbeiten.
Es erlaubt, eigene Musik zu schaffen, in einem musikalischen Ensemble mitzuwirken und ist eine vielfältige Hilfe für den Unterricht.

 
 
Hier der Bericht aus La Castalie:
Im Zentrum von La Castalie (Wallis) leben zurzeit 190 Personen, Kinder und Erwachsene mit einer Behinderung. Sie haben alle mehr oder weniger Mühe, sich mit ihrer Umwelt in Verbindung zu setzen. Wir sind aus diesem Grund ständig auf der Suche nach neuen Kommunikationsmöglichkeiten. Die Bao Pao, die uns Musique et Vie geschenkt hat, sind deshalb von grösster Bedeutung für unsere Bewohner und werden von den Musik-therapeuten mit grossem Erfolg eingesetzt. Nachdem wir im Anfang unserer Beschäftigung mit dem Bao Pao alles von Grund aus aufbauen mussten, fanden wir Mittel und Wege, um mit diesen Instrumenten die geringen körperlichen Möglich-keiten und Kräfte zu ergänzen
Die Teilnehmer hatten freie Wahl in der Auswahl ihrer Inter-pretationen: Weltmusik, Jazz, klassische Musik, französisches Variété oder Musicals.
 
 

Es ging langsam vorwärts, alle mussten lernen, auf sich, aber auch auf die andern zu hören. Es ging um Konzen-tration, um Gedächtnis und um die mögliche Entwicklung eines musikalischen Stückes.

Im November 2004 freuten sich alle, dass sie bei der Eröffnung eines neuen Gebäudes singen und musizieren durften. Ein unvergessliches Erlebnis! Die Zuhörer vergessen jeweils über der Musik die Behinderung der Musi-zierenden und sind fasziniert von den neuen Möglichkeiten der unbekannten Instrumente. Heute, nach zwei Jahren, sind die Resultate vielversprechend, auch wenn immer wieder Verbesserungen möglich und notwendig sind.

 
  Wir müssen unser Repertoire weiter ausbauen, sind dankbar, wenn Musikerinnen und Musiker von aussen zu uns kommen, sie bringen uns Motivation und Begeisterung.
Der Bao-Pao vermindert die begrenzten Möglich-keiten durch die Behinderungen und öffnet neue Wege zur Kultur durch Musik. Welche Freude, wenn mit viel Energie und einem unbeugsamen Willen ein klingendes Werk entsteht. In diesen Augenblicken deutet ein befreites Lächeln an, dass man, trotz aller Behinderung, ein richtiger Musiker sein kann.
 
  Das Balafon
In einem zweiten Schritt hat Musique et Vie hat beschlossen, der Stiftung für Kinder und Jugendliche mit einer Be-hinderung in La Castalie in Monthey zwei Balafone zu schenken.
 
 
 
 

Diese Musikinstrumente werden von einem Schweizer Hersteller, Claude Luisier, im Vallée de Joux gebaut.
Das afrikanische Balafon ist sozusagen die Urform von Xylophon, Vibraphon und Marimba und eignet sich durch seine massive Bauart und seine Stabilität sehr gut als Musikinstrument für Behinderte.


Das grosse Balafon für La Castalie hat 21, das kleinere 12 Holzklangstäbe mit angehängten Kalebassen, hohlen Kürbissen, die für die einzelnen Töne als Resonanzkörper dienen. Der Ton dieser Hölzer ist so natürlich wie der Boden auf dem das Instrument fest verankert ist.


"Balafon" heisst in einer afrikanischen Sprache "sprechendes Holz".
Durch seine Grösse und Bauart gibt es ausserdem genügend Platz für ein Miteinander von verschiedenen Spielern, von ihm gehen gemeinschafts-bildende Impulse aus.

Wir wünschen den Kindern und Jugendlichen in La Castalie viel Glück und Freude, wenn sie das Holz aus dem Vallée de Joux zum Sprechen bringen werden. Die Bilder zeigen deutlicher als Worte, wie bei Claude Luisier ein Balafon das Licht der Welt erblickt und aus wie vielen Einzelteilen und Arbeitsgängen das Instrument besteht.